Der Riesling

Historische Dokumente aus den Jahren 1435 bzw. 1465 erwähnen erstmals den Riesling als Weinrebe an der Mosel und im Rheingau.

 

Der Riesling ist als langsam reifende Rebsorte prädistiniert für die nördlichen Anbaugebiete. Während einer Reifezeit von bis zu 130 Tagen, entwickelt sich in den meist sonnigen Spätherbsttagen eine einzigartige Aromabildung.

 

Die "Königin der weißen Reben" eignet sich besonders gut für den Anbau in den Schiefersteillagen der Saar. Ihre Wurzeln dringen metertief in den Boden und den darunter liegenden Schieferfels ein und versorgen den Stock mit Wasser und Mineralstoffen, die den Weinen Gehalt und besondere Ausdruckskraft verleihen.

 

Sie bestechen durch eine große Fülle an Aromen, geschmacklicher Tiefe und Komplexität, ohne einen hohen Alkoholgehalt zu brauchen. Diese Weine repräsentieren die ganze Stärke der Saar.

 

In meinen Weinproben kommentiere ich den Übergang zu den eldelsüßen Weinen wie folgt:

 

"Neben den trockenen und feinherben Weinen erzeugen die Winzer hervorragende frucht- und edelsüße Riesling-Weine, die wegen ihrer Dichte und Komplexität, in Verbindung mit niedrigem Alkoholgehalt, weltweit einzigartig sind."

 

Süß bedeutet hierbei nicht, dass die Weine eine niedrige Säure aufweisen und deshalb wie Fruchtsäfte schmecken, sondern an der Saar werden diese Weine in der Regel mit höherer Säure ausgebaut. Es ist die Kunst des Winzers, einen ausbalancierten Wein zu kreieren, bei dem die Säure und die Süße in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Hinzu kommt der niedrige Alkoholgehalt von in der Regel unter 8,5 Gramm.

 

Diese, mit einem ausgewogenen Frucht-Säure-Spiel ausgestatteten, Weine wirken leicht und beschwingt und animieren dazu, mal ein Gläschen mehr zu trinken.