Die Weinreben

Die Aufzucht und Kultur von sogenannten Wurzelreben - junger Pfropfreben - erfolgt in Rebschulen. Zur Entstehung einer Rebe wird ein Edelreis - z.b. Riesling - durch entsprechenden Anschnitt auf eine reblausresistente Unterlagsrebe aufgepfropft.

 

Diese jungen Pfropfreben werden im Frühjahr in die Erde gepflanzt, bleiben bei guter Nährstoffversorgung und Schädlingsbekämpfung den Sommer über im Boden und im Spätherbst wieder ausgeschult. Die jungen Setzlinge haben sich dann prächtig entwickelt und werden im kommenden Frühjahr an ihrem entgültigen Standort - dem Weinberg -  gut anwachsen.

 

Diese Technik der Rebveredelung wurde erforderlich, durch die ver-nichtenden Schäden in den europäischen Weinbaugebieten durch die Reblaus Ende des 19. Jahrhunderts. Bis in die heutige Zeit werden weltweit die Edelreben auf die wurzelbildenden, reblausresistenten amerikanischen Unterlagsreben aufgepfropft.

 

Eine - in Bezug auf die Lage, den Boden und das Klima - am optimalen Standort gepflanzte Rebe liefert 25 - 30 Jahre gute Erträge bei hoher Qualität. In den späteren Jahren geht der Ertrag kontinuierlich zurück. Da das Wurzelwerk sich weiter verzweigt und noch tiefer wächst, werden in den Beeren der alten Reben deutlich höhere Extrakte und Mineralien eingelagert. Heute sind die Weingüter stolz, solche alten Reben zu besitzen und vermarkten den Wein exklusiv unter der Bezeichnung "Alte Reben".

 

Im Laufe eines Jahres sind in einem Weinberg eine Reihe von Pflege-maßnahmen erforderlich, wie Rebschnitt im Winter, Binden der Reben im Frühjahr, Laubarbeiten, Traubenausdünnung und Bodenpflege im Sommer. Unter Laubarbeiten versteht man das

- Ausbrechen von Trieben,

- Einschlaufen oder Anbinden der Triebe,

- Entfernung von Geiztrieben,

- Auslichten der Traubenzone,

- Entspitzen der Triebe und Gipfel.

 

Nach getaner Arbeit im Weinberg im Spätsommer freuen sich die Winzer auf einen langen, sonnigen und trockenen Herbst, um wieder einen hervorragenden Weinjahrgang in die Keller zu fahren.

 

Die Schiefer-Steillagen der Saar eignen sich besonders gut für den Anbau der Rebsorte Riesling:

 

ca. 80 % der Rebfläche ist mit Riesling bepflanzt,

ca. 10 % die Burgundersorten Weiß- und Grauburgunder,

ca. 5 % Müller Thurgau (Rivaner) und

ca. 5 % die Rotweinsorten Spätburgunder und Dornfelder